Affektive Validierung statt kognitiver Verifikation: Die psychologische Funktionalität von KI-generierten Fakes
Die aktuelle Forschung zur psychologischen Wirkung von KI-generierten Medien (Deepfakes) konzentriert sich weitgehend auf die Defizite der Erkennung. Dieser Beitrag postuliert hingegen, dass die Akzeptanz von Desinformation als affektive Validierung zu verstehen ist. Basierend auf der Theorie der kognitiven Dissonanz und dem Continued Influence Effect wird argumentiert, dass KI-generierte Inhalte als ideologische Artefakte fungieren, die bestehende Weltbilder stützen. Die Wirksamkeit von Fakes liegt nicht in der Täuschung der Kognition, sondern in der Bereitstellung emotionaler Kongruenz. 1. Einleitung: Das Paradox der „wahren Täuschung“ Die Aussage „Ich weiß, dass es ein KI-Fake ist, aber es ist trotzdem wahr“ demaskiert die Limitationen des derzeitigen Fact-Checking-Paradigmas. Während technische Lösungen auf die Korrektur kognitiver Fehlurteile zielen, übersehen sie die motivationale Basis der Informationsverarbeitung. Das Individuum agiert nicht als neutraler Verarbeiter, sond...