Zwanzig Apps in Eigenbau Über digitale Unabhängigkeit, Single-File-HTML und die Frage, was heute eigentlich noch schwer ist Der Ausgangspunkt Die Diskussion über digitale Souveränität wird meist auf der ganz großen Bühne geführt: Gaia-X, europäische Cloud-Infrastruktur, Cloud Act, Schrems II, Beschaffungsrichtlinien für Behörden. Das ist alles richtig und wichtig, hat aber einen unangenehmen Nebeneffekt — es erzeugt den Eindruck, digitale Unabhängigkeit sei eine Frage von Milliardenprogrammen und Konsortialverträgen. Etwas, das andere Leute regeln müssen. Für den einzelnen Nutzer, für einen Verein, für eine kleine Beratungsstelle oder ein Uni-Institut stellt sich die Frage viel konkreter: Meine Aufgaben liegen bei einem US-Anbieter. Mein Kalender liegt bei einem US-Anbieter. Meine Notizen, meine Kontakte, meine Präsentationen, meine Tabellen, meine Zwischenablage über Geräte hinweg — alles bei US-Anbietern, alles in proprietären Formaten, alles mit Abo, alles mit AG...
Designing Away the User Task – Von der Bedienung zur inhärent sicheren Mensch-Maschine-Interaktion im Lichte der EU-Maschinenverordnung Abstract Die Gestaltung technischer Systeme folgt traditionell dem Paradigma, dass der Mensch Aufgaben korrekt ausführen muss, damit das Gesamtsystem sicher funktioniert. Dieses Verständnis prägt bis heute zahlreiche Bedienkonzepte, Schulungsprogramme und Warnhinweise. Moderne Human-Factors-Forschung verfolgt dagegen einen anderen Ansatz: Nicht der Mensch soll sich an die Maschine anpassen, sondern die Maschine soll möglichst viele fehleranfällige Handlungen überflüssig machen. Dieses Gestaltungsprinzip lässt sich als Designing Away the User Task beschreiben. Es bedeutet, dass sicherheits- oder qualitätskritische Benutzerhandlungen nicht optimiert, sondern durch geeignete technische Lösungen eliminiert oder automatisiert werden. Mit Inkrafttreten der Verordnung (EU) 2023/1230 über Maschinen erhält dieses Prinzip eine neue regulatorische Relevanz. Die ...