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Es werden Posts vom Februar, 2026 angezeigt.

„Blaumachen“ oder krank zur Arbeit (Präsentismus)? Eine verkürzte Debatte.

In der wissenschaftlichen Diskussion um „Blaumachen“ (umgangssprachlich: zu Hause bleiben, obwohl man nicht krank ist) wird häufig ein sehr einseitiger Fokus auf Fehlzeiten gesetzt, ohne zugleich das gegenläufige, psychologisch und arbeitsorganisatorisch relevante Phänomen des Präsentismus zu berücksichtigen. Präsentismus bezeichnet das Verhalten von Beschäftigten, trotz gesundheitlicher Beschwerden zur Arbeit zu gehen (oder – im Kontext von Homeoffice – trotz Krankheit weiterzuarbeiten), obwohl sie eigentlich nicht arbeitsfähig sind. Dieses Phänomen ist nicht nur verbreitet, sondern in vielen Kontexten mindestens so häufig wie Abwesenheit aufgrund Krankheit und hat messbare Auswirkungen auf Gesundheit, Arbeitsfähigkeit und betriebliche Produktivität. Zentrale empirische Befunde aus der Arbeits- und Organisationspsychologie sowie arbeitsmedizinischen Forschung zeigen, dass Präsentismus kein marginales Randverhalten ist, sondern weit verbreitet und aus mehreren Gründen gut belegt ist:...